Gambia

 

Gambia

Das westafrikanische Gambia ist eins der kleinsten Länder des Kontinents. Die Bevölkerung beträgt 1,7 Millionen, ca. 440 000 Menschen leben in der Hauptstadt Banjul. Der Gambia-Fluss verläuft durch das ganze Land, das, bis auf den Küstenstreifen am Atlantik, vom Senegal umgrenzt wird.

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Eine ethnisch vielfältige Nation

Gambia zeichnet sich durch eine beeindruckende ethnische Vielfalt aus. Den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist es größtenteils gelungen, ihre eigenen Sprachen und Traditionen zu bewahren. Neben der Landessprache Englisch sind verschiedene Stammessprachen verbreitet. Vorherrschende Religion ist der Islam. Viele Menschen leben von der Selbstversorgung, da kaum natürliche Ressourcen zu finden sind.

 

Überflutungen verschlimmern die Lage für eines der ärmsten Länder der Welt

Gambia ist seit langem unter den letzten 15 Ländern auf der Liste des Human Development Index der Vereinten Nationen zu finden. Neben den wirtschaftlichen Problemen wurde Gambia in letzter Zeit vermehrt von Naturkatstrophen heimgesucht. Fast ein Drittel der Menschen sind chronisch unterernährt, in den ländlichen Gebieten werden mehr als 60 Prozent als arm eingestuft. Hauptursachen sind schlechte und weiter sinkende Bodenfruchtbarkeit, geringe landwirtschaftliche Produktivität und niedrige Preise auf dem Weltmarkt für Export-Produkte wie Erdnüsse. Billig-Importe von Agrarprodukten aus der EU bedrängen zusätzlich die einheimischen Kleinbauern. Zu den größten medizinischen Problemen zählen neben niedriger Lebenserwartung und hoher Kindersterblichkeit Durchfall, Malaria und andere Infektionskrankheiten. Aufgrund der Überflutungen ist die Zahl der Menschen, die daran leiden, noch weiter gestiegen.

 

Kinder sind gezwungen zu arbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen

40 Prozent der Bevölkerung in Gambia sind jünger als 14 Jahre. Die Auswirkungen der Armut auf den jüngsten Teil der Bevölkerung sind dramatisch. Ungefähr ein Viertel aller Kinder müssen aufgrund der wirtschaftlichen Not ihrer Familien Kinderarbeit verrichten. Zehntausende junger Mädchen werden in Gambia nach wie vor Opfer genitaler Verstümmelung. HIV/AIDS stellt vor allem für die Mädchen ein anhaltendes Gesundheitsproblem dar. Gründe dafür sind unter anderem Eheschließungen in jungen Jahren – auch Zwangsehen.

 

Internationale Hilfsprojekte

Viele große Hilfsorganisationen sind in Gambia vertreten. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht, für dessen Einhaltung sich ChildFund Deutschland zusammen mit dem Hilfswerk der Deutschen Lions im Rahmen eines Brunnenprojekts einsetzt. UNICEF kämpft gegen Mädchen-Beschneidung und Verheiratung von Minderjährigen. SOS-Kinderdörfer unterstützt Kinder und Jugendliche mit Schulen und medizinischen Zentren und in Notsituationen auch die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Die Stiftung Sabab-Lou unterstützt im ihrem Baddibu Projekt 400 Frauen bei Anbau und Vermarktung von Gemüse. Das Project Lighthouse Gambia hat ein Trainingszentrum ins Leben gerufen und veranstaltet dort u. a. mit Green Desert e. V. Seminare zum Pflanzenanbau.